Sahar Ghavami
Sahar Ghavami ist eine iranische multidisziplinäre Künstlerin mit Sitz in Dubai, die hauptsächlich mit Malerei, Zeichnung und immersivem visuellem Erzählen arbeitet. Ihre Arbeit nutzt persönliche Narrative als Methode zur Konstruktion geteilter symbolischer Codes, während Konzepte wie Erinnerung, Schutz, Verletzlichkeit und dezentralisierte Handlungsmacht ihren künstlerischen Fokus erweitern. In ihrer Praxis entwickelt Ghavami multidimensionale Umgebungen, die von menschlichen und nicht-menschlichen Protagonisten bevölkert sind und häufig in relationale Dynamiken eingebettet werden, die Hierarchie, Fürsorge und Koexistenz hinterfragen.
Ihre Praxis lässt sich innerhalb einer zeitgenössischen Linie narrativ geprägter Figuration verorten, in der Malerei als Ort alternativer relationaler Ordnungen fungiert. Ihre Arbeit steht in Resonanz mit post-surrealen und neo-symbolistischen Ansätzen und rahmt das Unterbewusste neu – über intime, häufig domestizierte Maßstäbe anstelle monumentaler Register.
Tiere erscheinen in ihren Arbeiten als wiederkehrende Figuren, die zwischen den Rollen von Hüter und Abhängiger wechseln und zyklische Beziehungen von Fürsorge und Verletzlichkeit widerspiegeln. In leuchtenden Farbpaletten ausgeführt, werden sie häufig in naturalistischen Farben und erkennbaren Anatomien dargestellt, während ihre Präsenz zugleich auf Bildtraditionen verweist, die mit Superflat- und Kawaii-Ästhetiken verbunden sind: abgeflachte Formen, sanfte Überzeichnung und eine bewusst entwaffnende Qualität. Diese visuelle Sprache fungiert als Schwelle, die Betrachter:innen in scheinbar zugängliche Welten einlädt und zugleich komplexe emotionale und kulturelle Bedeutungssysteme unter der Oberfläche aufrechterhält.
"Ob meine Arbeit dunkler wird oder weicher, sie war immer eine Art, mich auszudrücken. Für mich war sie eine Weise zu existieren. Ich musste mich behaupten, und ich musste eine Stimme finden. Deshalb ist meine Praxis immer persönlich."