Serafim Dim
Im Zentrum von Dims künstlerischer Praxis steht die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Legenden, Ritualobjekte und künstlerische Traditionen fortbestehen, sich wandeln und im Laufe der Zeit neue Bedeutungen annehmen. Er greift auf Volkserzählungen, vorchristliche und frühchristliche Bildtraditionen sowie auf die lokalen Handwerkstraditionen Zentralasiens zurück und versteht sie als lebendige Formen kollektiver Erinnerung. Für Dim bleibt der Mythos eine offene Struktur, die sich fortwährend weiterentwickeln und neu interpretieren lässt.
Seine künstlerische Methode gründet auf intuitiver Wahrnehmung und auf der Energie, die alte kulturelle Traditionen seiner Auffassung nach bis heute bewahren. Besonders angezogen fühlt er sich von den frühesten Formen des Symbolismus – Bildsystemen, die in ethnischen Traditionen, archaischen Mythologien und kollektiver kultureller Erfahrung verwurzelt sind. Gerade in diesen Traditionen erkennt er das, was er als eine „ursprüngliche Energie“ beschreibt: jene Kraft, aus der Kultur und ihre ersten Bedeutungssysteme hervorgehen. Jedes seiner Projekte beginnt mit einer inneren Resonanz, mit der Erkenntnis, dass ein bestimmtes Bild eine eigene Energie in sich trägt, die nach weiterer Erforschung verlangt.
"Es scheint mir, dass es in dieser Region schlicht unmöglich ist, klare Grenzen zwischen den kulturellen Traditionen zu ziehen. Alles ist so tief miteinander verbunden, so eng miteinander verwoben, dass gerade darin für mich ihre besondere Schönheit liegt."